4 Voraussetzungen und Rahmenbedingungen

30 Jun

Der dritte Themenblock des Sooc14 fing für mich relativ spät mit der Live-Sitzung mit Jöran Muuß-Merholz an. Besonders sinnvoll für mich rückblickend war, dass die Antworten unmittelbar ins Etherpad übertragen wurden. Ich freute mich besonders auf die Live-Sitzung, da ich Social Media im Schulkontext (und auch im sonstigen Leben, man denke an Politik, aktuell zB auch den türkischen Frühling), zB Twitter und Facebook eine wachsende Rolle zu spielen scheinen. Als zukünftige Lehrerin stelle ich mir da auch oft die Frage, inwieweit ich soziale Netzwerke benutzen soll (über den privaten Bereich hinaus) und wenn, was man beachten sollte. Und das nicht nur rechtlich gesehen. Rechtliche Fragen (bzgl Bild- und Autorenrechte) waren vor einigen Wochen auch bereits Thema in einem Kompaktseminar zur Medienkompetenz, leider war im Rahmen des Seminars weder Zeit noch das Know-How  vorhanden, um zu erklären was man zum Beispiel bei der Erstellung von Lernblogs oder ZUM-Wikis beachten sollte. Deshalb hatte ich vollste Hoffnung in die Live-Sitzung. Im Gegensatz zu meinen Erwartungen fand ich dann den ersten Teil zu OER (Open Educational Resources) wesentlich interessanter. Hier habe ich das Gefühl, dass mir die Beiträge persönlich sehr viel gebracht haben.

Zu OER ist zuerst einmal zu sagen, dass es grundsätzlich alles sein kann, was ergoogelt werden kann. Leider gab es keinen richtigen Hinweis darauf, wo man OER speziell für den Unterricht in zB einer Linksammlung finden kann. Ich finde es schade, dass dies so ist. Zumal hier für mich auch die große Chance für Lehrmaterial als OER zu sehen ist, besonders im Hinblick auf Referendariat und erste Unterrichtsjahre. Es wurde darauf hingewiesen, dass man selbst (sein) Unterrichtsmaterial unter OER-Lizenz stellen kann, da frage ich mich aber dann doch, wo der Unterschied von utner OER-Lizenz stehendem Material und „frei“ ergoogelbarem Wissen ohne Lizenz ist. Der Nutzen für Lehrkräfte ist meiner Meinung nach derselbe? Rechtlich betrachtet gibt es ja doch einiges einzuhalten (Urheberrecht, Situationsrecht, Recht am Bild, Markenrecht etc pp), da frage ich mich, wie man das als Lehrer noch leisten kann, zusätzlich zum Unterricht. Ich bin aber theoretisch pro Datenbank/Linkliste zu OER für den Unterricht! Nicht falsch verstehen! Ich glaube allerdings auch, dass es für den Unterricht zum Beispiel sinnvoller ist mit Schülern gemeinsam ein internes ZUM-Wiki oder ähnliches zu erstellen, Lerneffekt auf Schülerseite plus anschließender Datenbank, für mich perfekt auch ohne OER-Lizenz.

Zu erwähnter Linkliste wurde von Muuß-Merholz auch gesagt, dass es derartiges seines Wissens nach im Moment noch nicht gibt. OER sei auch eher ein Randphänomen. Existierende Linklisten sind nicht zentralisiert, man müsste sich diese also selbst zusammensuchen und prüfen, als Beispiel wurden aber auch OER ZUM-Wikis genannt. Weiteres Beispiel für OER waren pb21.de und cc-your-edu.de.

Besonders amüsant fand ich der Hinweis darauf, dass solche Videos auch OER seien:

Besonders hilfreich finde ich den Verweis auf die Seite cc-your-edu.de. Hier soll unter anderem genau erklärt werden, was man (ich, als angehende Lehrerin) tun muss, um zum Beispiel Arbeitsblätter dann auch öffentlich zu machen. Ob dies schulintern wirklich nötig ist habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Nicht mal an der Uni ist dies Standard, siehe Material bei moodle…

Die andere interessante Seite war PB21.de. Auf der zunächst für mich etwas unübersichtlich, da mit Informationen vollgepackten, Seite finden sich wirklich sehr viele interessante Beiträge, nicht nur zu OER an sich.

Ob ich als Lehrerin nun Social Media Kanäle wie Facebook oder ähnlichem benutzen soll, darauf habe ich immer noch keine Antwort. Ich möchte hier aber auf eine Umfrage auf dem Blog eines weiteren Sooc13-Teilnehmers verweisen: http://sooc13labrats.wordpress.com/2013/06/26/umfrage-wie-sehen-sie-das/ Ich bin schon sehr gespannt auf das finale Ergebnis!

Schließen möchte ich mit einer Blogempfehlung, etwas das vielleicht den LehrerInnen unter uns schon bekannt ist: http://halbtagsblog.de/

Ein unglaublich toller Blog! Gestoßen bin ich auf ihn im Rahmen einer Matheaufgabe. Eine tolle Idee, wie ich finde: „Wie groß sind Sie, Herr Klinge?“  Es gelang dem Blogger zumindest, nicht nur seine Schüler, bzw in diesem Fall eine Schülerin, sondern eine ganze Kaffeegesellschaft an Erwachsenen mehrere Stunden mathematisch bis die Köpfe qualmten zu beschäftigen. Für mich ein gelungenes Beispiel für den Einsatz vom Web2.0 über den Unterricht hinaus. Abgesehen davon, dass der Blog generell sowohl unterhaltsam geschrieben als auch lehrreich ist.

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2 Antworten to “4 Voraussetzungen und Rahmenbedingungen”

  1. Jan-Martin Klinge Juli 1, 2013 um 1:51 pm #

    Vielen Dank für die Blumen 🙂

    • Anja Lorenz Juli 8, 2013 um 12:37 pm #

      „Es wurde darauf hingewiesen, dass man selbst (sein) Unterrichtsmaterial unter OER-Lizenz stellen kann, da frage ich mich aber dann doch, wo der Unterschied von utner OER-Lizenz stehendem Material und “frei” ergoogelbarem Wissen ohne Lizenz ist. Der Nutzen für Lehrkräfte ist meiner Meinung nach derselbe?“

      Lehrer sind und waren schon immer dem Urhheberrecht unterworfen, wie jeder andere Mensch auch. Die Konsequenzen daraus sind aber nur wenigen bewusst. Solange jede Schüler sein eigenes Buch hatte und „von außen“ auch nichts Weiteres dazu kam, war das kein Problem. Mit den digitalen Medien gibt es aber neue Möglichkeiten, die einen schneller in eine „Urheberrechtsfalle“ tappen lassen, als gedacht. Erst im letzten Jahr ist überhaupt das Einscannen von Bücher(seite)n erlaubt worden – und wie viele haben das bisher schon getan? vgl.
      http://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrer-unterrichtsmaterialien-einscannen-urheberrechtsvertrag/4272 Die Nutzung von freien Materialien (CC ist dabei nur eine Möglichkeit für eine Lizenz, wahrscheinlich aber die Bekannteste und vom deutschen Recht unterstützte) ist schlichtweg eine sichere Variante, eben nicht solchen Problemen zu begegnen. Dazu kommt auch meiner Meinung nach ein wenig die Vorbildwirkung: Wenn der Lehrer sich einfach so aus dem Internet bedient, warum sollten es die Schüler dann nicht tun?

      „Hier soll unter anderem genau erklärt werden, was man (ich, als angehende Lehrerin) tun muss, um zum Beispiel Arbeitsblätter dann auch öffentlich zu machen. Ob dies schulintern wirklich nötig ist habe ich mich die ganze Zeit gefragt.“

      Nein, Schulintern ist das nicht „nötig“, es ist eigentlich auch gar nicht „nötig“ (wenn man nicht einen CC-BY-SA-Lizenz dabei hat, vgl. http://www.rechtambild.de/2013/06/14-000-e-fur-die-nichtnennung-des-urhebers/). Die CC-Lizenzen entstammen ja dieser „Open“-Bewegung (ähnlich wie GPL für Open Source), die ihre Arbeit verbreiten wollen und nicht mit jedem, der sie nutzen will, einen Vertrag abschließen möchten. Warum wollen sie das bereitstellen? „Sharing is Caring“ 🙂 Lehrer und Dozenten werden i.d.R. von Steuergeldern bezahlt. Also warum sollte man nicht seine Arbeiten dem Steuerzahler wieder zurückgeben? Warum müssen immer noch Lehrer eigene Materialien frickeln, wenn es so tolle Ressourcen bereits im Netz gibt, bei denen eine kleine Anpassung vielleicht reicht? Videoempfehlung dazu: http://trainingkonzepte.blogspot.de/2013/06/oer-im-guttemperierten-dach-raum-heute.html

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